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  • Martina Stecher

Blockchain & Krypto: neue Wege oder neue Hürden?

Von Diversität und Weiblichkeit in der Technologiebranche



Disclaimer: Die Begriffe Frauen und Männer werden in diesem Kontext dazu verwendet Diskriminierung aufgrund von Gender aufzuzeigen.


Frauen und Technologie, ein angebliches Gegensatzpaar, das seit Jahrzehnten ein Diskussionsthema in der Branche darstellt. Trotz Fortschritte stehen Frauen immer noch vor Herausforderungen, wenn es um die Repräsentanz, Bezahlung und Möglichkeiten innerhalb der Technologiebranche geht.


Die Annahme, dass neue Technologien einen neutralen Raum aufmachen, in dem es weder Diskriminierung noch Geschlechterunterschiede gäbe, ist zwar eine romantische Vorstellung aber in Realität eine Utopie. Cyberfeministinnen hatten in den 90er Jahren die Vorstellung, dass mit dem Aufkommen des Internets, dem sogenannten Cyberspace, auch Unterschiede und Ungleichheiten aufgehoben würden. Schwerelos wie im Weltall, wären durch die Auflösung der Grenzen zwischen Mensch und Maschine auch Stereotypen und soziale Kategorien nicht mehr existent. Digitale Technologien seien aufgrund des Potenzials, das sich dadurch für Frauen eröffnet, ganz klar feminin. In Wirklichkeit ist das höchstens ein Wunschtraum, der nicht in Erfüllung gehen wird. Technologie existiert nicht unabhängig von sozialen Prozessen und gesellschaftlichen Strukturen, sondern wird durch sie mitgestaltet, so der Technofeminismus. Von feminin könne nicht gesprochen werden, da nicht nur die Technik selbst, sondern auch die Sprache durch männliche Symbole, Werte und Metaphern geprägt seien.


„Die Menschheit ist männlich, und der Mann definiert die Frau nicht als solche, sondern im Vergleich zu sich selbst: Sie wird nicht als autonomes Wesen angesehen“ Simone de Beauvoirs.

Digitale Technologien sind kein freier Ort. Vielmehr eine Erweiterung der Offline-Welt, in die bereits bestehende Unterschiede projiziert und neue Ungleichheiten geschaffen werden. Eine fehlende Diversität macht auch vor Blockchain und Krypto nicht halt, welche auf die im Technologie- und Finanzsektor bereits vorhandene männliche Überlegenheit aufbauen. Die Aussage „Blockchain has a gender problem“ die sich in vielen wissenschaftlichen Artikeln finden lässt, bringt es auf den Punkt. Die Dominanz von Männlichkeit und Stereotypen zeigt sich nicht nur in den Berufen und der Unterrepräsentation von Frauen in Führungspositionen rund um Technologien wie Blockchain, sondern auch bei Vorträgen, Konferenzen und Meetups. Frauen beanspruchen jedoch immer mehr ihren Platz in dieser männlich dominierten Welt und ihre Sichtbarkeit nimmt zu. Vor allem das Potenzial von Meetups wird von Frauen zum Zwecke der Wissensvermittlung und dem Empowerment anderer Frauen immer mehr genutzt.


Warum es so wichtig ist die weibliche Perspektive nicht außen vor zu lassen, liegt nicht „nur“ darin, Geschlechterungleichheiten ausgleichen zu wollen. Frauen bringen unterschiedliche Perspektiven ein, was kreativere Problemlösungen und Innovationen nach sich ziehen kann. Sie dienen als Vorbilder für künftige Generationen von Mädchen und als Inspiration, eine Karriere in der Technologiebranche zu verfolgen. Auch haben Untersuchungen gezeigt, dass Unternehmen mit mehr Frauen in Führungspositionen in der Regel profitabler und erfolgreicher sind. Frauen konzentrieren sich nicht nur auf kurzfristige Erfolge wie schnelle Gewinnmaximierung und schnelles Wachstum, sondern mehr auf langfristige Ziele und den Einfluss der Technologien auf andere Lebensbereiche. Werden Frauen nicht „mitgedacht“ und „mitgehört“ werden auch hier bestehende Geschlechterverhältnisse nicht sichtbar und daher auch nicht verringert. Im Gegenteil, sie werden dadurch noch mehr verstärkt.



Challenges


Es gibt viele Herausforderungen, denen sich Frauen in der Technologiebranche stellen müssen. Eine der größten Herausforderungen ist die geschlechtsspezifische und dadurch ungleiche Verteilung von Vermögen. Im Durchschnitt verdienen Frauen in jeder Branche weniger als Männer, und die Technologiebranche ist da keine Ausnahme. Der Gender Pay Gap zeigt es schon seit Jahren, die Verteilung des Vermögens zwischen Frauen und Männern ist unausgeglichen. Im Vergleich zu Männern arbeiten Frauen 46 Tage im Jahr unbezahlt. Die Auswirkungen einer ungleichen Vermögensverteilung fördern die Benachteiligung von Frauen in den Bereichen von Technologien wie Blockchain und dazugehörige Anwendungen wie Kryptowährungen. Das Geld liegt vor allem in den Händen der männlichen Entwickler und Investoren, somit sind auch sie die treibende Kraft des Kryptowährungssektors, da sie die Mittel haben in diese zu investieren und zu expandieren. Damit zeigt sich, dass Blockchain und Kryptowährungen das Potenzial haben, bestehende Ungleichheiten aufrechtzuerhalten und die Vermögensunterschiede zu verschärfen.



OPPORTUNITIES


Blockchain und Kryptowährungen bieten jedoch aufgrund von verschiedenen Faktoren auch viele positive Aspekte für Frauen. Einerseits ist die Neuheit dieser Branche ein Vorteil, da es noch ein sehr offenes Feld ist, das ein großes Entwicklungspotenzial mit sich bringt. Dieses Feld bietet viel Raum für Innovationen und Experimente, bei denen Frauen sehr viel beitragen und die Richtung mitgestalten können. Die Nachfrage nach Expert*innen wird mit der steigenden Akzeptanz solcher Technologien zunehmen. Daher ist es auch umso wichtiger, dass Frauen in dieser Branche sichtbarer werden, sich vernetzen und ihren Platz einfordern. Stand jetzt ist noch unklar wie sich die Branche hinsichtlich neuer Technologien wie Blockchain und Kryptowährungen entwickeln wird. Fest steht, dass alle Wege noch offen sind, auch die für Frauen.

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